Dienstag, 30. Dezember 2014

Frankenweg 2012, fünfter Tag: Kulmbach

Die letzte Etappe Ende der Frankenwegwanderung führte von Kronach nach Kulmbach, der Stadt der Mälzereien. Wir waren ziemlich am Ende. Nach der Kurzwanderung sich noch einmal aufraffen und die letzte Etappe noch zu machen, erforderte schon einiges an Durchhaltewillen. Aber mit Gruppendruck ging es tatsächlich.

Angesichts der schönen Tafeln könnte man ja tatsächlich auf die Idee kommen, alle paar km wäre etwas hoch interessantes zu sehen. Mir sind neben schönen Panoramen und lauschigen Wegen, die bei passendem Wetter wirklich sehenswert sind, nur der Verlust eines Dorfbrauhauses und einer mittelalterlichen Wegkreuzung in Erinnerung geblieben.

Der Weg von Kronach nach Kulmbach

Aber der Reihe nach.



Der Frankenweg verbindet sich mit dem Burgenweg. Wie schon gesagt, gibt es leider auf dem Weg von der Burg in Kronach zur Burg in Kulmbach, keine weitere Burg dazwischen. Obwohl es ja doch ein paar Aussichtstürme noch gibt, die, wie unten geschildert, auch nicht immer das an Aussicht bieten, was ihr Name eigentlich verspricht.

Burgen- und Frankenweg verschmelzen

Das Wetter hielt so gerade noch und eigentlich ist das Licht so gerade richtig für ein Panorama. Ich fand das Licht in der Mitte interessant

Das Licht erleuchtet eine Lichtung am Weg

Auch dieser Blick um die Ecke auf das abgeerntete Feld war einfach ein Motiv, das festgehalten werden musste:

Das Feld ist geerntet, es wird von einem Baum umrahmt

Normalerweise sind Aussichtstürme immer aufregende Markierungen am Weg. Kann doch von dort oben ein Überblick über die Umgebung gewonnen werden. Und auch die zurückgelegten Kilometer gewürdigt werden. Aber diesen Aus Aussichtsturm besteigen, ist im wahrsten Wortsinn aussichtslos. Es sei denn die Baumwipfel würden als Aussicht gelten. Die jüngeren Teilnehmer der Gruppe liessen es sich nehmen, dort hinauf zu sprinten. Der Altere hielt fest, wie der Turm hinter den Bäumen hervor lugte.

Hinter hohen Bäumen lugt ein Turm hervor

Etwa in der Mitte des Wegs kamen wir an einem Örtchen vorbei, von dem mir in Erinnerung das abhanden gekommen Gemeindebrauhaus geblieben ist. Früher hatten im fränkischen fast alle Gemeinden ein Brauhaus, in dem die Ansässigen ihr Bier brauen konnten. Leider machen das heutzutage immer weniger. In diesem Ort verkündete ein grosses Schild vom bevorstehenden Abriss des Brauhauses und der "nützlichen Verwendung des Grundstücks". Die Erklärung fand ich damals gestelzt. Ein paar Schritte später bot sich die orangene Hose als Nebenobjekt des Brunnens an. Das Foto musste einfach sein:

Brunnen im Ort


Eine weiterer kultureller Höhepunkt am Weg war dieser Stein als Hinweis auf die Grenze des Markts von Mainleus. Dort im Maintal siedelten vor langer Zeit die slawische Sippe der Lupis.  Muss man sich einmal vorstellen. Damals bekamen Zuwanderer einen Platz um sich ein Städtchen zu bauen. Haben die ihr slawisch gesprochen? Na egal, irgendwann wurden Grenzen markiert mit solch einem Schamelstein. Ist übrigens eine Kopie, das Original steht im Museum. Immer diese Luftverschmutzung.

Der behütete Schamelstein von Meinleus

Ein paar Kilometer weiter und dieser abgeerntete Acker bot sich als Motiv an:

Schon auf den Winter vorbereiteter Acker

Mittlerweile hatten die Türme wieder richtige Aussicht:

Turm mit Aussicht hinter einem richtigen Turmhaus.

Am Schluss zieht sich der Weg einfach. Zwar gab es schon ein Schild mit Kulmbach, aber das muss ein Vorort gewesen sein. Dort hinten an den Häusern gab es mehr oder weniger freilaufende Wachhunde. Zum Glück schlief der eine und der andere war angeleint.

Der Weg zieht sich nach Kulmbach

Solche Anblicke mit der genau richtigen Sonne und dem schönen Grün entschädigen dann doch für die Plackerei.

Die Sonne scheint genau im richtigen Winkel auf die Blätter.

Am nächsten Morgen trennte sich die Gruppe. Da man aber schon einmal in der Stadt war, beschlossen wir diese mit einem Besuch auf der Burg zu würdigen. Am frühen Morgen holte ich das Auto aus Bad Steben, dem Start der Wanderung. Wir fuhren dann nach dem Frühstück in die Nähe der Plassenburg. Wanderer müssen dort einfach hoch! Entsprechend habe ich auf dem Weg einige Fotos gemacht. Hier ein Blick auf den alten Kern der Stadt.

Der ganz alte Teil von Kulmbach.

Was ich hier noch nicht wusste, war wie wenig genau das GPS im Navi ist, wenn das Auto sich nur langsam bewegt. Die Gässchen dort sind so verwinkelt und immer eine Einbahnstrasse. Bis das Navi überhaupt wusste, wo das Auto sich befand, hiess es Nerven behalten und einfach fahren. Es dauerte nicht lange. Aber zurück zu den Fotos.

Hier noch ein Blick auf die Mälzereien der Stadt. Jedenfalls hatte ich solch einen Blick erwartet. Und der Mitte des Fotos könnte solch eine zu erkennen sein. Aber die herbstlich goldene Vegetation wäre auch ohne Mälzerei ein Foto wert:

Kaum zu erkennen in der Mitte von herbstlich goldener Vegetation

Die Burg von Kulmbach ist eines der besterhaltenen Renaissancebauwerke Deutschlands. Man kann, muss aber nicht das innenliegende Museum besuchen. Gerade bei gutem Wetter gibt der Innenhof genug her:

Der Innenhof der Plassenburg mit den Arkaden

Bei den Säulen der Arkaden wurden diverse Köpfe der damaligen Zeit verewigt:

Jeder hat sich damals hier verewigen lassen.

Am Rückweg lud dieser Garten förmlich zu einem schnellen Foto ein:

Gartenzwerge und anderes putzigen Gartenmobiliar

Diese Weisheit, angebracht an einer Wand eines normalen Hauses, hat es wirklich in sich, wenn der lateinische Teil mit übersetzt wird.

Schon spassig wohin Übersetzungfehler führen.

Der late lateinische l ist von Seneca und besagt, dass man bei allem was man vorhat zu tun, das Ende mit Bedenken solle. Jedenfalls behauptet google, dass dies die Übersetzung sei. Nur woher kennt man eigentlich das Ende der Geschichte, wenn man noch am Anfang steht? Und wenn man immer nur dahin kommt, wo das Ende bekannt ist, ist man dann nicht im Kreis herumgegangen?

Zumal die Geschichte mit dem Apfel ja ein Übersetzungsfehler ist, es ging ja um den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Die richtige Übersetzung führt in Richtung Dualität und eigentlich zum Gegenteil von Seneca. Mehr so in Richtung Yoga oder so.

Damit endet die Frankenweg Geschichte. Vorher waren wir in Kronach.