Mittwoch, 26. Juli 2017

Valletta nach Sliema auf eigene Faust

Wer schaute uns dort an? Von oben wurden wir gesehen, kaum sah ich das, wurde die Beobachtung verewigt.

Aus einem Fenster schaut ein Malteser neugierig auf den Fotographen

Wir waren wieder in Valletta. Es war der letzte Ausflug auf der kurzen Reise nach Malta. Sowieso hätten wir über Valletta gemusst, wenn wir mit dem Bus etwas besichtigen wollten. Da bot sich doch ein erneuter Besuch an. Und außerdem hatten wir Sliema noch nicht besucht. Das ist der Geburtsort einer entfernten Freundin, die uns immer von der herrlichen Promenade und dem Strand ihrer Heimatstadt erzählt hatte.

So war denn der Plan mit Bus nach Valletta zu fahren, dann von dort mit dem Boot übersetzen und nach Sliema gehen, um Promenade und Strand auszuprobieren. Anschließend sollte es per Bus zurück nach Bugibba gehen.

Zunächst galt es aber noch zu entdecken, was sich in dem Haus mit aufmerksamen Beobachter befand.
Immerhin kamen Touristen aus dem Eingang heraus.
Ein Innenhof im Jugendstil in einem Wohnhaus in Valletta

Das hatte sich gelohnt! Im Innern befand sich ein Hof mit Lichtdach. Vermutlich war das alles im Jugendstil gehalten. So genau wollte ich gar nicht fotografieren, weil es ja immerhin ein normales Wohnhaus war und nichts zum einfach bestaunen und begaffen. So schoss ich nur dieses eine Foto.

Zu finden ist das Haus direkt hinter dem Stadttor auf der linken Seite. Es öffnete sich dort eine weite Fußgängerzone, nach rechts ging es zu modernen Bauten, geradeaus ging zum Hafen an der Kathedrale vorbei, das hatten wir ja schon entdeckt. Und so schwenkten wir zunächst in die Gassen auf der linken Seite.

Wenig später entdeckten wir die Botschaft des Malteserordens. Das war mal eher ein Militärorden, dessen Kriege in Schautafeln ausführlich gewürdigt wurde. Nach Jerusalem und Rhodos sollte nicht auch noch Malta verloren gehen. Sie hielten die große Belagerung von 1565 stand und gründeten Valletta. Eine Kirche war das erste fertiggestellte Bauwerk innerhalb der Stadtmauern.

Daneben war auch noch eine Würdigung über die Türme von Malta. Diese kannte ich ja schon von Comino und Gozo. Sie standen auf den Klippen und bewachten die Küsten. Finanziert wurden diese Bauten anscheinend nicht etwa vom maltesischem Staat, sondern von unterschiedlichen Großmeistern, die das Geld dazu gaben. Das finde ich heute noch bemerkenswert. Eine Aufgabe des Staates ist es die Bevölkerung zu verteidigen und deswegen auch Wehranlagen zu bauen. Dazu werden Steuern, mehr oder weniger gerecht, eingesammelt und ausgegeben. In Malta ging das anders. Die Großmeister bezahlten die Türme und die Bewaffnung aus ihrem privatem Vermögen. Heute könnte man fasst Crowdfunding dazu sagen.

Beeindruckt kehrten wir zurück zur Fußgängerzone, da entdeckte ich eine Kirche, die die Kirche der Königin des Sieges sein könnte:

Blick auf die Kirche in der Fußgängerzone von Malta

Sie wurde renoviert. Gerüste standen vor den Altaren und Figuren. Daneben befanden sich gläubige Besucher, die dort beteten und sich bekreuzigten.

So war ich froh, dass ein paar Motive doch den Weg in mein Objektiv fanden. Es war dieses herrliche Malteserkreuz am Altar:

Malteserkreuz im Altar der Kirche

Und dann musste das Bild der siegreichen Lady geknipst werden. Laut einer Tafel verbrachte der Großmeister Jean Parisot de la Vallett während der Belagerung seine Zeit kniend und betend vor diesem Bild:

Bild der heiligen Lady of Victory

Das Bild sieht fasst so aus wie eine Ikone aus dem orthodoxem Glauben. Obwohl es da ja einen Streit zwischen den Katholiken und den Orthodoxen gab. Aber wenn man nur warten und hoffen kann, dass die Belagerer wieder abziehen, dann betet man einfach nur.

Der Großmeister konnte auch gar nichts anderes machen. Wenn er vorne mit verteidigen und verletzt werden würde, war es das mit dem Widerstand. Also besuchte er die Truppen, tröstete die Zivilisten und ging zum Beten vor dem Heiligenbild.

Hier noch ein Bild von der Kirche der siegreichen Lady aus der Nähe:

Blick auf die Vorderfront der Kirche zur heiligen Lady of Victory

Eine kleine, aber feine Kirche ist das. Nach der Renovierung sieht das bestimmt noch besser aus.

In der Stadtmitte von Valletta wartete ein Eis auf uns. Danach ging links hinunter zum Wasser. Auf dem Weg zwang mich dieser Anblick zu einem Foto:

Mittelmeer Cafe, Fußballverein und englischer Pub auf einem Foto

Das war wieder so richtig englisch mit Fußballklub inclusive Webseite, Visakarte und altem Gebäude. Im Kontrast dazu deutete das Cafe dann doch Mittelmeer an, während das rote Gebäude ein Pub sein könnte.

Vorne ging es dann steil hinunter zum Wasser:

Hausfront auf dem Weg zum Wasser

Rückblicken fällt auf, wie steil der Felsen von Valletta ist:

Blick vom Wasser hinauf auf den Felsen von Valletta

Unten ging es kurz nach links zur Anlegestelle der Fähre. Nach einer kurzen Wartezeit ging es mit dem Boot hinüber nach Sliema:

Nach der Überfahrt der Blick zurück auf Valletta

Dort erwartete uns tatsächlich eine breite Promenade. Wir gingen um die Halbinsel herum und auf der anderen Seite dann auch eine Art städtischer Badebucht. Diese war nicht überlaufen, sondern eher für die Einwohner der Stadt selber. Diese schwammen im Wasser. Danach sonnten sie sich auf den Felsen. Es gab sogar eine öffentliche Dusche.

So entdeckte ich am Ende des Urlaubs noch einen mir angenehmen Strand auf Malta!

ACAB in Sliema auch hier gibt es schwarzen Block


Am Ende warteten wir auf dem Bus und mein Blick viel auf diese Stelle an der gegenüberliegenden Hauswand. So spiessig Malta auch war, es gab auch hier eine Art schwarzer Block, der kifft und die Polizei nicht mag.

Das beschliesst die Reise 2014 nach Malta. Der letzte Beitrag schilderte den Besuch von Gozo.